Auf nach Marokko - Bike


Übersichtskarte Marokkoreise

Vorwort

Letztes Jahr, während unserer Reise nach Mauretanien, sind wir in Marokko nur mehr oder weniger "durchgefahren". Lediglich auf dem Rückweg haben wir uns das eine oder andere angesehen. Eines war jedoch klar: Dieses tolle Land werden wir nochmals besuchen. Ich schreibe diesen Bericht für Euch und ich will euch den Mund "wässrig" machen Europa mal zu verlassen. Die Alpen, vielleicht auch die Pyrenäen oder andere Gebirge kennt man ja hinreichend. Aber aus Europa raus? Marokko ist einfach zu erreichen, und ist man erstmal da, sehr, sehr kostengünstig. Weite, Gebirge, Sand, Schotter alles was das Herz begehrt. Fahrt einfach hin und schaut's euch selbst an. Der Reisebericht ist in Form eines Tagebuchs "frei Schnauze" geschrieben - also keine Klagen wg. Rechtschreibung etc. Viel Spaß - Rolf und Ute

25.03.2007

Sonntag So gegen 16 Uhr geht's los. Ute will etwas früher, warum auch immer? Der Zug fährt eh erst um 20 Uhr - egal. Gott sei dank, es ist trocken.

Bepackt wie ein Esel
Rückansicht ist auch nicht besser

Also, voll aufgerödelt Richtung Neu Isenburg. Die LC8 fühlt sich gut an. Trotz voller Beladung! Gutes Gefühl. In Neu-Isenburg scheint noch ein wenig die Sonne. Super. Wir warten auf's Verladen und quatschen ein wenig Benzin mit anderen Motorrad-Reisenden. Tja, wir sind nicht die Einzigen! Ich habe schwere Bedenken ob die LC8 nicht zu hoch für den Auto-Reisezug ist. Wir haben zu Hause nachgemessen, max. 1,58m - war o.k. Aber jetzt, wo ich den Zug so sehe, bekomme ich doch arge Bedenken. Reinfahren nur mit Helm. Jetzt weiß ich warum.

Warten auf den Autoreisezug

Auf den 50 m bis zum Verzurren habe ich mir 3mal die Rübe angeschlagen. Die Maschine wird ordentlich verzurrt und los in den Liegewagen. Dort warten schon zwei Moppedfahrer aus Düsseldorf im Abteil. Benzin gequatscht, Bier getrunken und mehr schlecht als recht geschlafen. Alles in allem aber eine super Sache. Wir werden den Reisezug wieder nutzen wenn es paßt.

26.03.2007

Raus aus dem Bahnhof in Narbonne

Montag Gegen 10.30 Uhr aus dem Zug raus und auf die andere Seite des Bahnhofs von Narbonne. Mopped abladen, aufrödeln und los. Den Weg über die Pyrenäen schenken wir uns. Regen und Schnee lassen die Entscheidung für den Weg an der Küste leicht fallen. Irgendwo hinter Barcelona runter von der Bahn und endlich wieder Landstraße. Wir fahren bis vor Valencia und landen in einem einfachen Hotel.

27.03.2007

Warten auf die Fähre nach Mellila

Dienstag Noch in der Nacht fängt es an zu regnen - toll. Frühstücken, Regenkombis raus und los durchs Gewühl nach Valencia. Auch hier im "dicken" Verkehr habe ich ein gutes Gefühl auf meiner LC8. Die Kilometer vergehen, nix besonderes, Regen usw. usw. Gegen 15 Uhr rollen wir in Almeria ein. Direkt am Hafen ist das Büro der Transmediterraneo. Wir kaufen Ticket's für die Überfahrt. Knapp 116 Euro kostet der Spaß für zwei Personen plus Mopped. Jetzt heißt es aber warten. Es ist 15.45 Uhr. Um 24 Uhr legt die Fähre ab. Langeweile. Wir hängen die Zeit in einem Cafe ab und träumen von Sonne + Wärme während wir unsere klammen Klamotten über den Stuhl hängen. Das Verladen geht dann ruck-zuck. Mopped steht gut!

28.03.2007

Stiefel und Klamotten trocknen

Mittwoch Hoffentlich geht die Nacht bald rum. Wer sich schon mal auf den Buttacas (span. Bez. für Schlafsessel) die Nacht um die Ohren geschlagen hat, weiß was ich meine. Leichter Seegang, Ute ist schlecht. Gegen 6 Uhr früh ist Mellila in Sicht. Da das Mopped vorne steht kommen wir als erste von der Fähre. Gut so. Der Zeitvorsprung ist wichtig für die Grenzformalitäten. Nachdem wir Europa verlassen haben, erwartet uns zweihundert Meter weiter das Chaos. Die Grenze zu Marokko. Für die Einreiseformalitäten ist sage und schreibe ein Schalter besetzt. Schlange stehen. Stempel für die Pässe holen. Das gleich nochmal beim Zoll. Trotzdem geht alles relativ schnell. Nach einer Stunde haben wir alle Stempel und können los. Halt! Die Uhren müssen noch umgestellt werden. Zwei Stunden minus. In Marokko ist es jetzt gerade mal 7 Uhr. Die ersten Kilometer auf afrikanischem Boden. Nach Nador Geld tauschen (1 Euro ca. 10 Dh), tanken. Dann soll's über Guercif nach Midelt weitergehen. Aber, das Wetter. Weiter im Rif wird's kalt und wenig später fängt's an zu regnen - scheiße. Wir planen um und wollen weiter östlich fahren. In der Hoffnung, daß das Wetter dort besser wird. Wir fahren nach Touarirt und dann Richtung Debdou . Ziel ist Ain-Benimathar . Eigentlich eine schöne Strecke, aber bei Regen? Auf der Hochebene, auf ca. 1.100 m macht das nicht wirklich Spaß. Wir sind beide durchgefroren. Nehmen an der Tanke bei Ain-Benimathar noch einen Cafe mit "echter" Kuhmilch und fahren Richtung Küste nach Oujda. Oujda, eine Stadt an der algerischen Grenze. Hotel, kein Problem. Ute besteht auf ein Zimmer mit Heizung. Wir schlafen wie die Murmeltiere 16 Stunden am Stück!

Störche auf dem Dach

29.03.2007

Donnerstag Nachdem wir uns in einen ansehnlichen Zustand versetzt haben wollen wir in die Stadt was essen. An einer Straßenecke riecht es verdammt gut. Lecker Brochete mit Frites, Tee usw. Alles für 75 Dh. Das Wetter ist immer noch wechselhaft. Viele Wolken. Na ja, wir haben ja ein Zimmer! Im Cafe Colombo trinken wir noch einen Kaffee und schließen den Magen mit leckerem Kuchen.

30.03.2007

Endlich warm
Pause auf dem Weg nach Süden

Freitag Neuer Anlauf Richtung Süden. Das Wetter ist besser. Heute wollen wir bis Er Rachidia. Was wir morgens noch nicht wußten: Wir würden trocken bleiben. Es scheint die Sonne und in Er Rachidia laufen wir abends in Sandalen. Endlich, der Urlaub fängt an.

31.03.2007

Todra Schlucht
Straßenschäden in der Todra Schlucht

Samstag Heute wollen wir uns die fantastischen Schluchten Todra und Daades ansehen. Bis Tinerhir dann geht's in die Todra-Schlucht. Viele Touristen. Dann kommt ein Stück Schotter, und dann sind wir den Rest bis Tamtatouche alleine. Das Wasser setzt der Straße arg zu. An vielen Stellen ist sie weggeschwemmt und muß umfahren werden.

Auf dem Weg zur Daades Schlucht

Kein Problem, wir sind ja mit unserer LC8 unterwegs! Im Marokko-Führer habe ich gelesen, daß es eine Piste zur Daades-Schlucht gibt. Diese Piste suchen wir jetzt. Ein wenig rumgekurvt, dann ist der Einstieg, auch dank der sehr guten Marokko-Vektorkarte von Olaf, gefunden. Die Piste ist am Anfang staubig und führt auf eine Hochebene. Dann wird es langsam steinig, ausgesetzte Felstufen und Felsplatten müssen überwunden werden. An schwierigen Stellen fahre ich alleine. Ute läuft. Ich bereue schon die Piste genommen zu haben. Umdrehen? Nein, dafür sind wir schon zu weit. Wir machen uns Mut mit dem Satz: Die Piste wird schon wieder besser werden. Wird sie aber nicht.

2.500m sind überschritten
Geschafft auf über 2.500m

Wir müssen das erste Qued entlangfahren. Es ist zwar trocken, aber weiche Stellen und viele Steine mit "grober" Körnung machen das weiterkommen mühsam. Die LC8 ist für sowas doch zu schwer. Aber das einzige Mopped mit dem man sowas überhaupt machen kann. Im letzten Jahr waren wir jeder mit einer XT 660 unterwegs. Das war aber auch nicht wirklich besser, und dann noch 2mal Spritverbrauch. Das war auch mitentscheidend für den Kauf der LC8. Zurück zur Piste. Wir schwitzen. Off-Raoad ist anstrengend, auch für den Beifahrer. Jetzt sind wir ca. 20-25 km gefahren. Es begegnen und zwei 4WD's. Nette Franzosen. Sie versorgen uns noch mit einer Flasche Wasser und der Info, daß sie von der Daades-Schlucht bis hierher drei Stunden gebraucht haben. Na Mahlzeit. Wir sind jetzt schon fix und fertig. Aber nachdem wir uns wieder motiviert haben wird die Strecke wieder etwas einfacher und wir sind am Paß. 2.650m nicht 2.800 wie im Reiseführer steht. Wahrscheinlich war der Autor niemals oben ;-). Die ersten Meter abwärts sind einfach. Doch das Tal, durch daß das Schmelzwasser talwärts fließt, ist eing. Die Piste ist zeitweise ausgewaschen und verschwindet irgenwann ganz. Wir kämpfen uns jetzt sozusagen im Flußbett, zwischen Geröll, Wasser und Fels talwärts. Berberfrauen kreuzen unseren Weg. Wir vermuten - es ist bald geschaftt. Noch eine letzte Hürde, ein Überschwemmungsgebiet ist zu umfahren, und es ist endlich geschafft.

Toller Parkplatz
Tachine und Marokko muß man in einem Satz nennen

Sieben Stunden für 40km. Pro 10km ein Sturz und ein verstauchter Knöchel. Unser Bedarf an Pistenfahren ist erstmal gedeckt. Es dämmert mittlerweile und wir suchen ein Hotel zum übernachten. Gute Wahl: Zimmer mit Abendessen + Frühstück für 260 Dh. Ist o.k. Mein Knöchel ist mittlerweile schon recht dickt angeschwollen. Aber moppedfahren geht noch gut :-)). Gute Nacht - Für heute reicht's.

Knöchel verstaucht

Siehe mehr in Marokko

Kategorien: Motorradreisen